Die Heilandskirche

1884 beschloss der Gemeinderat von Plagwitz den Bau einer Kirche. Dazu wurde 1885 die Kirchgmeinde Heiland gegründet, die zu diesem Zeitpunkt bereits 17 700 Seelen zählte. Die veranschlagte Bausumme betrug 231 000 Mark, als Architekt beauftragte man Johannes Otzen aus Berlin. Am 25.03.1886 erfolgte der erste Spatenstich.

Die Glocken wurden am 23.12.1887 geweiht und die Kirche am 26.08.1888. Bereits in den Jahren 1909 –10 wurde die Heilandskirche abermals durch Johannes Otzen umgestaltet. Sie erhielt eine neue Turmvorhalle und der Orgelchor wurde erweitert, weiterhin erneuerte man Innessade der Kirche.

Nachdem man 1917 die Glocken zu Kriegszwecken entfernt hatte, erwarb man 1919 – 20 drei Stahlglocken, die am 15.08.1920 geweiht wurden. Durch den Zweiten Weltkrieg war die Heilandskirche so sehr beschädigt, dass sie einige Zeit nicht mehr genutzt werden konnte. Die erst 1910 erbaute Turmvorhalle riss man 1953–54 wieder ab. Der Innenraum der Kirche wurde neu ausgemalt, die Rosetten in den Fenstern vermauert und gefährdete Bauteile im Außenbereich abgenommen. 1981 wurde der Kirchenraum in der Höhe der Empore geteilt, das Obergeschoss wurde als Kirchenraum mit nur noch 300 Plätzen eingerichtet – gegenüber 1000 Plätzen vor der Teilung. Das Untergeschoss enthält seitdem ein kirchliches Archiv, in dem Teile aus abgerissenen Kirchen aus Leipzig und Umgebung gelagert sind, außerdem Gemeinderäume, Toiletten und eine Küche. Die historische Fensterverglasung wurde 1983 durch eine Klarverglasung ersetzt. Drei Jahre später erfolgte eine Neuausmalung des Innenraums in Anlehnung an die historische Bemalung. Außerdem wurden der Altar, die Kanzel und das Gestühl von 1888 entfernt.

1992 wurde mit der Turmrenovierung begonnen, die allerdings aus finanziellen Gründen 1995 abgebrochen werden musste. Deshalb läuten die Glocken der Heilandskirche nicht mehr zum Gottesdienst. Da die historische Sauerorgel, eine Stiftung des Plagwitzer Fabrikanten Ernst Mey, bereits seit 1976 nicht mehr gespielt werden kann, erhielt die Kirchgemeinde 1994 eine kleine Orgel aus Holland.

Dem seit Ende der 1990er Jahre dringenden Sanierungsbedarf am Dach konnte 2014 endlich abgeholfen werden. Das Dach wurde komplett neu gedeckt und mehrere Türmchen denkmalgerecht wieder aufgebaut.